Die „Dosis“ macht´s - Regelmäßige sportliche Betätigung ein Gewinn für Körper und Psyche - Gesundheitszentrum Oberammergau Gastgeber für Ärztesymposium bei König-Ludwig-Lauf

Die „Dosis“ macht´s - Regelmäßige sportliche Betätigung ein Gewinn für Körper und Psyche - Gesundheitszentrum Oberammergau Gastgeber für Ärztesymposium bei König-Ludwig-Lauf

Oberammergau. Ist Sport wirklich so gesund wie immer wieder behauptet wird? Kann durch regelmäßigen Sport das Leben verlängert werden? Der Internist und Kardiologe Dr. med. Sebastian Kohl, stellvertretender Chefarzt Kardiologie an der Fachklinik am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau, ist davon überzeugt, dass die Vorteile überwiegen, vorausgesetzt, Sport wird „vernünftig“ betrieben. Der Facharzt spricht aus Erfahrung, denn Therapie und Prävention in der Fachklinik am Kofel beruhen auf den drei Säulen Bewegung, Entspannung und Ernährung. Am Gesundheitszentrum Oberammergau sind auch, in Kooperation mit dem TSV Oberammergau, eine Reha- und eine Herzsport-Gruppe etabliert.

„Training ist good for everything – stimmt das?“, mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Sebastian Kohl auch in seinem Fachreferat anlässlich des Ärztesymposiums im Rahmen des diesjährigen König-Ludwig-Laufs. Bereits zum 22. Mal wurde in Verbindung mit dem König-Ludwig-Lauf die Skilanglauf-Weltmeisterschaft für Ärzte und Apotheker ausgetragen. Gastgeber war auch in diesem Jahr wieder das Aktiv- und Vital-Hotel am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau.

Schwimmen, Radfahren und Laufen sind im Sommer die präventivmedizinisch gesündesten Sportarten, im Winter ist dies ohne Zweifel der Skilanglauf. Deshalb veranstaltet die International Medical Triathlon Association (IMTA) neben den Internationalen Meisterschaften im Triathlon und Duathlon auch eine Weltmeisterschaft für Ärzte und Apotheker im Skilanglauf. Zu dieser sportlichen Meisterschaft gehört ein sportmedizinisches Symposium zu Themen des Ausdauersports.

Um die Wirkung von sportlicher Betätigung richtig einordnen zu können, darf man nicht den Hochleistungssportler zum Maßstab nehmen, betont Dr. Kohl. Sport in „Überdosis“ betrieben, sei natürlich problematisch. „Die Dosis macht das Gift“, bringt es der Facharzt auf den Punkt.

Der Mensch ist dazu gemacht, sich zu bewegen. Ein Blick in die früheste menschliche Geschichte belege das: Als Jäger und Sammler habe der Mensch rd. 25 km täglich zurückgelegt. Und auch anhand einer aktuellen Studie, eines Vergleichs von Busfahrern, die den ganzen Tag sitzen, und Kontrolleuren, die ständig in Bewegung sind, kann Dr. Kohl die positive Wirkung von Bewegung belegen.

 

Wie sehr sich die Einstellung der Medizin in diesem Bereich aktuell verändert hat, zeige sich auch in der Behandlung von Infarktpatienten. War bei diesen früher über Wochen strengste Bettruhe angeordnet, so wird heute der Patient so schnell wie möglich „aktiviert“. Die Sterblichkeitsrate konnte dadurch um rd. 30% gesenkt werden.

Das Herz selbst ist ein Bewegungsorgan, erläutert Dr. Kohl: rd. 75 Mrd. Schläge sind es bei einem Alter von rd. 75 Jahren. Da Herz und Lunge eines System sind, hat ein gutes Herz auch größte Bedeutung auf die Durchblutung. Nicht unterschätzen darf man auch, erläutert Dr. Kohl weiter, die positiven Wirkungen von Bewegung auf das Körpergewicht, den Knochenbau, das Immunsystem und Nervensystem und zuletzt auch auf die Psyche durch das damit einhergehende Wohlbefinden.

 

Regelmäßiges Training ist das beste Mittel, um gesund und fit zu bleiben. „Auch kleinste Bewegungen helfen“, betont Dr. Kohl, und es sei nie zu spät, damit anzufangen.

 

BU:

Tradition ist das Ärztesymposium im Gesundheitszentrum Oberammergau. Unser Foto zeigt (von rechts) Referent Dr. Sebastian Kohl, stellvertretender Chefarzt Kardiologie der Fachklinik am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau und Ulrich Tonak, Mitinhaber des Gesundheitszentrums Oberammergau sowie Ludwig-Lauf Cheforganisator Hans Reicherl und Dr. Stefan Zwingenberger, Vorstandsmitglied  des Triathlonverein Deutscher Ärzte und Apotheker e.V.      Foto: gzo